Der aktuelle Impuls

Was Jesus wichtig ist. – Mir/Uns auch?

Ich las kürzlich, wie Jesus noch am Auferstehungstag den Jüngern erschien. Joh. 20,19b-23: Mit einem Mal kam Jesus, trat in ihre Mitte und grüßte sie mit den Worten: „Friede sei mit Euch!“ Dann zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Als die Jünger den Herrn sahen, wurden sie froh. „Friede sei mit euch!“, sagte Jesus noch einmal zu ihnen. „Wie der Vater mich gesandt hat, so sende ich jetzt euch.“ Und er hauchte sie an und sagte: „Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr sie nicht vergebt, dem sind sie nicht vergeben.“

Mir wurde sehr deutlich, dass Jesus mir, mit dieser Text-Erzählung, seine Prioritäten mitteilt.

  1. der Friedenszuspruch (gleich 2x)
  2. Sendung/Vollmacht
  3. Heiliger Geist und
  4. Vergebung

Da ich entsprechend des Wortes handeln möchte, habe ich begonnen:

  1. mehr Frieden auszusprechen. Mir, meinem Gegenüber, auch zu Orten und das bringt positive Ergebnisse.
  2. Mir bewusster zu machen, dass ich von Jesus gesandt bin und Vollmacht und Autorität habe. Da bin ich noch am Üben
  3. mehr Ausschau nach den vielfältigen Wirkungen des Heilige Geistes bei mir und anderen zu schauen. Das ist sehr inspirierend, spannend und hoffnungsvoll.
  4. mehr zu vergeben.

Ich hatte den starken Eindruck, dass der letzte Satz: „Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wem ihr sie nicht vergebt, dem sind sie nicht vergeben“ für uns als Gemeinde jetzt wichtig sein wird. Deswegen gehe ich hier jetzt darauf etwas ausführlicher ein. Es ist ja eher eine Feststellung. Man kann es so verstehen: Schaut, seht es euch an: Ihr könnt vergeben oder es nicht machen. Es ist so. Es hat Konsequenzen. Ihr habt die Auswirkungen in der Hand. Ihr habt die Autorität, Vollmacht dazu...

Jesus ist das Thema Vergebung wohl sehr, sehr wichtig. Er fordert uns mehrmals auf zu vergeben, z.B.: Matth 6,14+15 und Luk 17,3-4. Und er spricht von Vergebung vor, während und nachdem er Menschen geheilt hat. Er erzählt dazu Geschichten (vom unbarmherzigen Gläubiger, Matth 18,21) und es war eines seiner letzten Worte am Kreuz: „Vater vergib Ihnen“. Was Jesus wichtig ist, ist auch gut für uns, es wichtig zu nehmen.

Als ich das erkannte und daraufhin viel aktiver begann zu vergeben, (obwohl ich mich schon lange bemühe, schnell zu vergeben), war ich verwundert, wie viele Möglichkeiten, Notwendigkeiten... es zum Vergeben täglich gibt. Auch mir selbst zu vergeben zählt ganz wichtig dazu. Aller meistens geschieht es im Zwiegespräch mit Gott, im Gespräch mit mir, seltener direkt anderen gegenüber. Und die Auswirkungen sind einfach nur gut. Vergeben tut mir selbst gut, macht mich freier, barmherziger und dankbarer... Und einzelne Beziehungen haben sich dadurch deutlich verbessert.

Vergebung ist weltlich gesehen „Unsinn“. Unrecht, Sünde, Fehlverhalten, besonders, wenn es verletzt hat, sollte eher gerächt, geahndet, gesühnt werden, statt vergeben zu werden, ist landläufig die Meinung. Und Unrecht bleibt auch nach Vergebung Unrecht. Und durch Vergebung wird nichts umgedeutet und Fehlverhalten wird nicht gut. Aber Paulus sagt: „rächt euch nicht selbst, Geliebte, Röm 12,19“. Wir sollen Gott nicht nur die Rache überlassen oder jegliche Beurteilung, sondern alles auch seiner Gnade anvertrauen. Also, Gott kümmert sich und nichts ist bei Ihm vergessen. Aber: Für uns ist vergeben eine Chance zur Freiheit. Es ist ein Lebenselixier. Z. B. bei „Sozo“ erleben wir wie befreiend, vergeben wirkt und es verändert uns hin zu der Gesinnung Gottes: „vergebt einander, wie Gott euch vergeben hat.“ Und in Umkehrung von Luk 7,47, “wem aber wenig vergeben wird der liebt wenig“, kann ich, indem ich z.B. mir selber viel vergebe, viel lieben. Das finde ich richtig mega. Und ich bin auf weitere Auswirkungen gespannt.

Warum Vergebung für uns als Gemeinde jetzt wichtig sein soll, kann ich nur undeutlich erahnen. Wir feiern dieses Jahr 30 Jahre Gemeindejubiläum und über 30 Jahren hat sich gewiss Manches zum Vergeben angesammelt. Aber wir werden gewiss noch andere Aspekte entdecken.

Vergebung hat noch viele weitere Ebenen, eine davon ist die Autoritätsausübung. Wir nehmen unser Leben durch Vergebung wiedr selber in die Hand (mit Gottes Händen drumherum) und lassen uns nicht von Fehlverhalten leiten und bestimmen. Das passt zu Utas Kronenthema im Eingangsbereich und wie Gerda im letzten Quartalsplan beschrieb: „Wir sind berufen zu herrschen, aus seiner Kraft heraus und in seiner Fülle.“                                 Ruthild

 

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